Die Angst vor Spiritualität

Viele hochbegabte Menschen, die sehr ähnlich wie ich aufgewachsen sind, haben eine tiefe Abneigung gegenüber allem, was nicht wissenschaftlich, logisch, analytisch, intellektuell zu begreifen ist.

Wenn ihnen dann in ihrem Leben etwas geschieht und sie Erfahrung machen, die in den wissenschaftlich logischen Kontext nicht passen, finden sie dafür keine Erklärung, mit der sie in Frieden leben können.

Ich möchte meine Idee dazu gerne etwas näher erläutern. Das kann ich am leichtesten, in dem ich von mir spreche. 

In meinem Elternhaus zählten Leistung, Fakten, Funktionieren und bürgerliche Werte. Über Gefühle oder Wahrnehmungen von Menschen oder Situationen haben wir nie gesprochen. Zwischenmenschliche Stimmungen spielten keine Rolle. Ein sensibles Gespür für die Umgebung oder das Befinden anderer Menschen war unwichtig.

Erst seit meine Eltern im Ruhestand sind, seit ca. 20 Jahren, also seit sie nicht mehr funktionieren müssen, sondern ihr Leben so leben können, wie es ihnen gut tut, zählen andere Werte. Erst seit dem kann ich mit meinen Eltern sehr sensibel und feinfühlig über Dinge sprechen, die jenseits des rationalen Horizonts liegen. Wir unterhalten uns über Philosophie, über Metaphysik, über innere Gedanken, über unsere Gefühle füreinander und auch über Fragen der Gesellschaft und der Psychologie. Sie interessieren sich für mein Leben und meine Arbeit und möchten gerne sehr viel mehr davon erfahren, was mich bewegt und welche Erfahrungen ich mache. Sie fragten auch nach, wie ich die ersten Jahrzehnte meines Lebens erlebt habe.

Die ersten 30 Jahre meines Lebens waren aber sehr gefühlsfern, geradezu unsensibel und weit weit weg von Sensitivität. 

Ich selbst habe lange Jahre alles abgelehnt, was ich rational nicht erklären konnte. All das war PFUI! In mir war ein extremer Zwiespalt zwischen dem, was ich erlebe und dem, was ich akzeptieren konnte von diesem Erlebten. Ich bildete mir etwas ein auf meinen Verstand und das er außerordentlich gut funktioniert und dass ich mit ihm viele Dinge erfassen kann und Problemlösungen finden kann.

Nahtoderfahrungen passten dazu nicht. Träume, die sich realisierten oder etwas voraussahen auch nicht. Einheitserlebnisse mit Menschen, der Natur und dem ganzen Universum ebenso wenig.

Es war mit dem logischen Verstand nicht zu erklären, wenn ich fühlte, was andere Menschen fühlten oder Teile ihres Lebens riechen, hören und sehen konnte. Ich habe diese Wahrnehmungen erst einmal schlicht und einfach abgebucht unter: Professionelle Fähigkeiten als Coach und Therapeutin.

Das hinter diesem weiten Wahrnehmungsspektrum das Konzept der Hochsensibilität und Hochsensitivität stehen könnte, war die erste für mich akzeptable Erklärung dieser Erlebnisse.

Heute erlebe ich bei sehr vielen Menschen, die eine ähnliche Sozialisierung erfahren haben wie ich, dass auch sie nur mit dem Konstrukt der Hochsensibilität oder Hochsensitivität ihre eigene Spiritualität und den Zugang zu metaphysischen Welten akzeptieren können ......

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http://open-mind-akademie.de/2013/04/angst-vor-spiritualitaet/

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