Hochsensibilität und Depressionen

Hochsensibilität und Depressionen
Hochsensibilität wird leider oft in einem Atemzug mit Depressionsneigung genannt. Bestimmt hat jeder hochsensible Mensch sich bereits anhören müssen, er sei depressiv oder habe zumindest eine gewisse Tendenz in diese Richtung. Das könnte von der Realität aber kaum weiter entfernt sein, denn hochsensible und hochsensitive Menschen nehmen lediglich ihre Umwelt bewusster wahr, als durchschnittlich veranlagte Personen das jemals könnten – deswegen denken sie aber auch schneller über ihre Umgebung nach und können ihre Hochsensitivität als Gabe und Aufgabe sehen lernen, mit der sie ihr eigenes Leben angenehmer gestalten und auch den anderen Menschen in ihrer direkten Umgebung unter die Arme greifen können, sowohl privat als auch beruflich.
Hochsensibel – Fluch oder Segen?
Hochsensibilität ist eigentlich ein wahrer Segen, denn sie befähigt zu Leistungen und Einblicken in die eigene Persönlichkeit und die anderer, die helfen können, das Beste in einem Menschen zu entdecken. Leider aber ecken viele Hochsensible und Hochsensitive schon in der frühen Kindheit bei ihren Mitmenschen an, sie erfahren nicht die richtige Behandlung und werden dadurch tatsächlich depressiv und verängstigt. Durch schlechte Kindheitserfahrungen oder traumatische Ereignisse entstehen Angst und depressive Verstimmungen. Diese dominieren das ganze Leben und die Hochsensibilität wird als Fluch wahrgenommen. “Gelöste ” Hochsensible (wie ich sie gerne nenne, im Gegensatz zur ungelösten Hochsensibilität) haben gelernt, die Möglichkeiten hinter ihrem Anderssein zu erkennen und diese für sich zu nutzen, tief in sich zu blicken und ihre Probleme dank ihrer tiefen, fundierten Einsicht zu lösen, aber auch neue Perspektiven für sich und andere zu entwickeln.
Allerdings hat der allergrößte Teil unserer Klienten auch Erfahrungen mit depressiven Phasen in seinem Leben gemacht. Wenn man Glück hatte, geriet man an einen Therapeuten, der die Hochsensibilität oder Hochsensitivität erkannte und sein Therapiekonzept entsprechend ausgerichtet hat. Wenn man aber Pech hatte, wurde versucht “Normalität” und Anpassung herzustellen, oft mit Verschreibung von Psychopharmaka, die nicht immer erforderlich sind.
Wie kannst du deine Empfindsamkeit nutzen?
Vielleicht betrachtest du deine gesteigerte Empfindsamkeit als Fluch, die dir bisher nichts Gutes bringen konnte, sondern immer nur neue Probleme. Hochsensible Menschen bemerken zunächst oft nicht, dass sie gesegnet auf die Welt gekommen sind, denn ihnen fällt es ohne Hilfe und Unterstützung schwer, mit ihrem Anderssein umzugehen und ihre Potenziale zu erkennen.
Selbst die Anerkennung der Hochsensitivität kann Gold wert sein, denn nun weißt du endlich, was wirklich mit dir los ist – du bist nicht krank, du bist im positivsten Sinne anders und du hast eine Gabe und Aufgabe bekommen, aus der du in jedem Lebensalter noch viel machen kannst. Den ersten wichtigen Schritt hast du schon getan, denn Du weißt jetzt, dass du zu den HSP gehörst und dass mit dir alles in Ordnung ist, dass du sogar noch mehr aus dir machen kannst, als du jetzt schon erreicht hast.
Auf deinem individuellen Weg weiterkommen kannst du, indem du dich weiter entfaltest und erfährst, welche Möglichkeiten die Hochsensibilität noch mit sich bringt. Wir helfen dir gerne, deinen Weg zu finden, auch wenn die Erkenntnis vielleicht spät kommt. In dir steckt mehr Potenzial, als du denkst. Du musst es nicht alleine entwickeln!

Kommentare:

  1. Neben der Tatsache das oft ein ireeführender Weg vielleicht in genau diesen Strudel führt, würde ich mir auch eine Information wünsche, wie man denn damit umegeht wenn es soweit kommt. Ich für meinen Teil glaube es ist schwierig, ohne Kenntnis und bei falschen gegenüber, nicht depressiv zu werden. Tut die Welt doch ein vieles dafür und nicht sofort kann man sich als sensibler Mensch gegen alles abschotten, oder weiß damit umzugehen.

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  2. Lieber Björn,
    es ist unmöglich pauschale Tipps zu geben, die wirklich die persönliche Situation erfassen. Jeder Mensch ist einzigartig in seinem Erleben und Erleiden.
    herzlichst
    Anne

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