Wahrnehmung

Joshua Bell, ein bekannter amerikanischer Violinist, hat sich in den Eingangsbereich einer U-Bahn-Station in Washington D.C. gestellt und musiziert. In 43 Minuten passierten exakt 1.097 Personen den Musiker, zumeist auf dem Weg zu ihrer Arbeit (Washington Post: “for almost all of them, a government job”), und warfen ca. $32 in seinen Geigenkasten, während der Künstler auf seiner $3.5 Mio teuren Stradivari u.a. Bachs “Chaconne” spielte, das als eines der anspruchsvollsten Violinenstücke überhaupt gilt.

Diese Widersprüche in der Aktion der Washington Post (hier ausführlichst beschrieben) begeistern mich. Denn unter den Pendlern waren sicherlich einige, die sich für klassische Musik begeistern und durchaus bereit sind, für ein Konzert mit Joshua Bell den üblichen Kartenpreis von $100 zu bezahlen.

Die Aktion soll uns daran erinnern, dass unsere Wahrnehmung von Begabung, Talent und Leistungsfähigkeit mannigfaltig beeinflusst wird.

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