Hochbegabte Außenseiter?

In einigen Kommentaren wird immer wieder deutlich, welche Schwierigkeiten Hochbegabte schon in der Kindheit haben und welchen Schwierigkeiten sie ausgesetzt sind.

Das verstärkt in vielen Fällen ihren "Status" als Außenseiter. 

Ich habe das Gefühl, dass viele darüber auch als Erwachsene nicht so richtig hinwegkommen. Werden sie so noch mehr zu Außenseitern und daher besonders empfindlich? Sind sie daher besonders verletzlich? Werden daher aus ihnen auch als Erwachsene häufiger "Außenseiter"? Ist vielleicht Hochsensibilität da oft auch eher bedingt durch eine schwierige Sozialisation?

Mich würden Erfahrungen anderer interessieren. Wie Abseits fühlen sich heute HBler die als Kinder gut behütet und integriert waren, wie Abseits jene die am anderen Ende sind, und auch alle die sich irgendwie dazwischen bewegten. Gibt es ausschlaggebende Elemente die beeinflussen ob ich als Erwachsener mich dann wohl/unwohl und gut/schlecht integriert fühle?

Kommentare:

  1. Meine Meinung: ich werde immer etwas skeptisch, wenn "Förderung" zum einzigen Thema rund um ein HB-Kind wird.

    Auf dem Weg der "Sozialisierung" gibt es Punkte, die genauso wichtig sind wie intellektuelles Pushen:
    - Aufbau und Pflege von Kontakten mit "normalen" Gleichaltrigen
    - Aufbau einer gesunden Frustrationstoleranz
    - Vielfältiges Spielen/Erleben (ich komm hier wieder mal mit Pfadfindern und dergleichen), bei dem nicht das "besser sein als andere" im Vordergrund steht.

    Nicht unbedingt begeistert bin ich von HB-Ghettos (lieber Förderung in der Regelklasse, gegebenenfalls mit gelegentlichem "Pull out".
    Dafür sollte jede Menge "Futter" bereitstehen: Bücher, Bücher und dazu noch ein paar Bücher, Holz, Blech, Nägel, Schrauben, Hammer, Papier, Karton, Stifte...
    Aber "fressen" sollte das Kind selber – so viel es mag und was es mag.

    Ein kleines Beispiel (aus dem wahren Leben!): Ein hochbegabtes Kind ist sehr nahe daran, ein funktionierendes Perpetuum Mobile zu erfinden und entwickelt eine ganze Reihe von unglaublich kreativen Ideen. Aber anstatt ihm die Materialien zur Verfügung zu stellen, um das Ding zu bauen, bringt man ihm die physikalische Gesetze bei, die die Unmöglichkeit seines Geräts beweisen. Und was hat man damit gewonnen? Gar nix. Man hat es im entscheidenden Moment abgeklemmt und ist erst noch stolz darauf, dass das Kind die komplizierte Formel begriffen hat.

    Gerade bei HB-Kindern ist das Prinzip der Förderung von Kopf, Herz und Hand (Pestalozzi) besonders wichtig. Stattdessen läuft es nur allzuoft auf das Pushen von Kopf, Kopf und Kopf hinaus. Und das ist einfach ungesund.

    Und noch was: Wenn es dem Kind trotzdem einmal lanweilig ist, darf es ihm auch langweilig sein. Es muss lernen, mit seiner Langeweile umzugehen! Da braucht es nicht nach 10 Sekunden ein "Angebot" von aussen!

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  2. Ich war der typische fall des problemkindes, und nachdem ein IQ test und psychologisches profil gemacht wurde und ich die ergebnisse bekommen habe, hat sich das ganze nur verschlechtert.
    Ich habe dies als moeglichkeit benutzt mich weiter daneben zu benehmen, weil der Herr Psychologe ja gesagt hat das ich ein "besonderer" fall war.

    Mein Vater hat die einfachere methode des "Hinner die Ohren geben" benutzt, welche bei mir auch besser gezogen hat.

    Definitiv eine self fulfilling prophecy in meinem fall: So wurde ich zum underachiever.

    Was hätte ich gebraucht?

    KEINE FOERDERUNG. ANNAHME haette ganz einfach voellig gereicht.

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  3. Ich finde es faszinierend,dass es noch Andere Menschen gibt,die genau die Gleichen Probleme haben,wie man selber!Dieses Gefühl zu haben,anders zu"ticken" wie die Anderen.

    Schon im Kindergarten, in der Schule und auch später im Beruf ...dieses Unverständnis von den Anderen!Vom Privatleben ganz zu Schweigen!

    Ah,die ist so komisch!Im Moment ist es so schlimm, Kann mich außerhalb meiner Arbeit,wo man mich versteht,kaum noch mit Jemanden unterhalten.

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