Kopf an, Klappe zu: Ich bin hochbegabt – und das ist oft eher eine Strafe als ein Geschenk
von Linda Lahles (22 Jahre) aus Hoya
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Ich bin hochbegabt. Ich falle einfach gleich mal mit der Tür ins Haus. Obwohl kein Hochbegabter das im wahren Leben tun würde. Er würde nicht zu seinen Freunden gehen und sagen: „Ey, hört mal alle her, ich bin klüger als Ihr!“. Was bedeutet das eigentlich, wenn jemand als „hochbegabt“ gilt?
Erst mal, dass er einen Intelligenz- Quotienten von über 130 Punkten hat. Wo 100 der Durchschnitt und man unter 80 dumm ist, ist man ab 130 eben besonders klug. Der Großteil der Gesellschaft kennt Hochbegabung nur in Zusammenhang mit Schulkindern. Die sind dann entweder altkluge Streber oder immer hibbelig und schreiben extrem schlechte Noten oder langweilen sich in der Schule und überspringen Klassen.
Darüber gab es ja schon bis zur Erschöpfung Reportagen im Fernsehen. Was bei den Geschichten über diese jungen Genies aber oft vergessen wird: Hochbegabung löst sich nicht auf, sobald man aus der Grundschule raus ist. Sie bleibt wie eine unheilbare Krankheit, die einen sein Leben lang begleitet. Egal,was man tut. Warum ich Hochbegabung als Krankheit bezeichne? Weil es für Leute wie mich eine ist. Sie zeichnet sich nämlich entgegen der landläufigen Meinung nicht nur durch Fähigkeiten wie zum Beispiel besonders schwere Mathe-Aufgaben lösen zu können aus, sondern auch durch ungewöhnliche Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen.
Bei mir entdeckte die Hochbegabung niemand, als ich noch zur Schule ging. Ich war eine mittelmäßige Schülerin. Ich hielt mich sogar für dümmer als die anderen: Ich verstand die einfachsten Sachverhalte nicht, kam mit den leichtesten Dingen der Welt nicht zurecht. Ich bestand mein Abitur nur durchschnittlich und hatte große Angst davor, im Studium zu versagen. Nie wäre ich auf den Gedanken gekommen, ich könnte vielleicht sogar schlauer sein als andere. Als ich das Studium nach einem Semester abbrach und eine Blitzkarriere hinlegte, kam ich mir wie eine Hochstaplerin vor: Da musste ein Irrtum vorliegen. Mit abgebrochenem Studium und mittelmäßigem Abidurchschnitt so einen Traumjob zu bekommen – ich war immer sicher, ich würde irgendwann auffliegen.
Erst vor ein paar Monaten machte ich einen Test beim Hochbegabten- Verein Mensa. Das Ergebnis: Ich bin klüger als 98 Prozent der Gesellschaft.
Ich zweifelte es an. Niemals konnte das auf mich zutreffen – wo ich doch die meiste Zeit unbeholfen und leicht verwirrt durch die Welt ziehe. Ich kaufte mir Fachliteratur, las Artikel und stöberte in Internet-Foren. Ich konnte es kaum glauben: Da erzählten Menschen Geschichten, die genau auf mich passten. Wie sie sich ihr Leben lang gefragt hatten, was mit ihnen nicht stimmte. Wie unverstanden und aussätzig sie sich unter anderen fühlten. Wie sie in der Schule und im Berufsleben immer zwischen zermürbender Selbstkritik und völliger Überarbeitung schwankten. Ich war nicht alleine. Auch die anderen schämten sich und erzählten niemandem von der Diagnose. Auf der einen Seite war das Ergebnis eine Erleichterung für mich: Ich hatte endlich Erklärungen für meine seltsamen Anwandlungen. Ich verstand plötzlich, wieso Small Talk für mich das Schlimmste auf der Welt ist. Ich lernte, warum ich im Gespräch mit anderen oft nicht verstanden werde, wieso man mich seltsam anschaut, wenn ich mich in Diskussionen einbringe. Ich habe andere Gedankenstrukturen. Dass ich beispielsweise Sachverhalte und Punkte überspringe, die mir völlig logisch vorkommen, die andere Menschen aber so schnell gar nicht auffassen können.
Und Hochbegabung bedeutet auch Hochsensibilität: Ich denke, fühle und begreife viel mehr von dem, was um mich rum geschieht. Meine Freunde mögen mich vermutlich genau deshalb: Ich kann ihre Gefühle und Gedanken orten und weiß darauf zu reagieren. Auch wenn ihre Probleme für mich meist belanglos sind.
Auf der anderen Seite ist Hochbegabung eine Strafe. Mein Leben kreist ständig darum, ob ich meinen hohen Ansprüchen je genügen werde. Ich setze mir Ziele, die utopisch hoch sind, und bin mein größter Kritiker auf dem Weg dahin. Es ist eine Qual, mit Fremden in Kontakt zu treten, eine Qual, in gewissen Bereichen so begabt zu sein, dass ich das Niveau runterschrauben muss, wenn ich andere bewerte. Ich werde immer damit leben müssen, dass ich mich verdammt schnell langweile, stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen sein werde, einen Job vermutlich nicht länger als fünf Jahre ausüben kann und immer mit der Gefahr lebe, irgendwann am Burnout-Syndrom zu erkranken.
Es macht mich aber auch wütend, dass ich verstehen und zurückstecken muss. Verstehen, dass andere mir nicht folgen können. Dass sich jeder Chef der Welt herabgesetzt fühlen würde, würde ich es ihm sagen. Ich muss damit leben, dass ich Rücksicht auf andere und ihr Tempo nehmen muss; dass man Alkoholiker und Kriminelle eher integriert, versteht und bemitleidet als mich. Ich fühle mich manchmal wie eine Aussätzige und werde auch so behandelt, wenn ich ehrlich über meine Hochbegabung spreche. Intelligenz ist nichts, womit man sich rühmen darf. Wer sowas öffentlich ausspricht, stößt auf Ablehnung. Muss sich in geistigen Duellen beweisen oder sich anhören, dass IQ-Tests ja gar nicht sicher seien. Dass man ja gar nicht so schlau sein könne, weil man ja kein Abitur mit 1,0 hingelegt habe.
All diese Dinge führen zu einer paradoxen Weltsicht: Ich fühle mich nicht besser, schlauer oder begabter – ich fühle mich schlecht, ausgegrenzt, wie eine Hochstaplerin. Ich bin immer darauf bedacht, so unauffällig wie möglich zu arbeiten, den Kollegen nie die Möglichkeit zu geben, mich als „Streber“ zu entlarven. Ich arbeite oft schlechter als ich könnte, halte mich aus Diskussionen raus – tue alles, um ja nicht enttarnt zu werden. Ist es das, was die Gesellschaft will: Diejenigen ausgrenzen, die viel schaffen könnten, es aber nicht dürfen, weil sich jemand anderes dadurch schlecht fühlen würde?
Quelle: http://www.kreiszeitung.de/magazin/specials/chilli/chili-hochbegabt-1031544.html
Hochbegabte haben weniger Sex
Gut in der Schule und in der Universität aber tote Hose im Bett? Auf eine beinahe so einfache Formel bringt es nun eine Studie, die den Zusammenhang von Intelligenz und sexueller Betätigung untersucht hat.
Forscher um den Wirtschaftswissenschaftler Tyler Cowen von der George Mason University stellten nun auf der Internetplattform "Gene Expression" ihre Ergebnisse zum Sexualverhalten amerikanischer Jugendlicher vor.
Das Fazit: Je höher der Intelligenzquotient bei einer Person, desto später wird die sexuelle Lust entdeckt und praktiziert. Eine erste Studie kam zu der Erkenntnis, dass Schüler mit einem IQ über 100 oder unter 75 sexuell deutlich weniger aktiv waren, als diejenigen, die mit ihrem IQ dazwischen lagen. Besondere Spätzünder waren Schüler mit einem IQ zwischen 120 und 130.
In einer zweiten Studie wurden College-Studenten ab dem 19. Lebensjahr befragt, ob sie bereits Sex gehabt hatten. 87% der Studenten bejahten diese Frage. Ganz anders jedoch an den Elite-Universitäten wie Harvard oder dem Massachusetts Institute of Technology (MIT). Hier gaben selbst 23-jährige Studenten an, noch nie Sex gehabt zu haben. Insgesamt zählten hier 59% bzw. 51% schon zu den sexuell Aktiven.
Über die genauen Gründe für diese Ergebnisse gibt es allerdings keine schlüssige Antwort. Fehlende Zeit? Fehlendes Interesse? Fehlende Attraktivität? All dies spielt wohl eine Rolle, müsste aber wohl genauer untersucht werden. Vielleicht in der nächsten Studie...
Quelle: Lifeline.de
Forscher um den Wirtschaftswissenschaftler Tyler Cowen von der George Mason University stellten nun auf der Internetplattform "Gene Expression" ihre Ergebnisse zum Sexualverhalten amerikanischer Jugendlicher vor.
Das Fazit: Je höher der Intelligenzquotient bei einer Person, desto später wird die sexuelle Lust entdeckt und praktiziert. Eine erste Studie kam zu der Erkenntnis, dass Schüler mit einem IQ über 100 oder unter 75 sexuell deutlich weniger aktiv waren, als diejenigen, die mit ihrem IQ dazwischen lagen. Besondere Spätzünder waren Schüler mit einem IQ zwischen 120 und 130.
In einer zweiten Studie wurden College-Studenten ab dem 19. Lebensjahr befragt, ob sie bereits Sex gehabt hatten. 87% der Studenten bejahten diese Frage. Ganz anders jedoch an den Elite-Universitäten wie Harvard oder dem Massachusetts Institute of Technology (MIT). Hier gaben selbst 23-jährige Studenten an, noch nie Sex gehabt zu haben. Insgesamt zählten hier 59% bzw. 51% schon zu den sexuell Aktiven.
Über die genauen Gründe für diese Ergebnisse gibt es allerdings keine schlüssige Antwort. Fehlende Zeit? Fehlendes Interesse? Fehlende Attraktivität? All dies spielt wohl eine Rolle, müsste aber wohl genauer untersucht werden. Vielleicht in der nächsten Studie...
Quelle: Lifeline.de
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