Selbstzweifel No.1

Selbstzweifel sind so unwahrscheinlich verbreitet unter den Hochbegabten, dass ich das Thema immer wieder einmal aufgreife. Ein Mann sagte:

"Die Selbstzweifel rühren teils daher, dass ich über Dinge nachdenke, die anderen einfach Wurscht sind oder außerhalb ihren Vorstellungskraft. Teils aber auch daher, dass mir mangels adäquater Sparringspartner die Verifizierungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeit fehlt."

Kommentare:

  1. Hallo!

    Also bei mir ist das glaube ich ein kleines Bisschen anders.
    (Letztendlich kommt es aufs Gleiche raus):
    Auch ich denke genau wie der andere über alle Dinge relativ komplex nach - eben genauso wie gesagt wird: Ausserhalb anderer Vorstellungskraft.

    Das hat bei mir 2 Nachteile:
    Das viele Denken kann ich nicht ausschalten, ich stehe mir damit bei einigen Dingen selbst im Weg. Insbesondere bei irgendwelchen Systemen, die irgendwo eine ganz kleine Unlogik haben, die andere übersehen- da bleibe ich ewig dran hängen.
    Und das ist ja heutzutage ganz übel- es wird alles zum Gefallen der ISO9000 überreglementiert-
    und dann wird man erst recht ausgebremst. Ich schweife ab.

    Und weiterhin wird man von vielen Leuten als "negativer Mensch" in eine Schublade gesteckt, weil die anderen überhaupt nicht auf die Idee kommen, dass da etwas schiefgehen kann.
    Ein ganz dummes Beispiel: Ich blättere vorhin hier das Lokal-Käseblatt durch. Da sind mir ein paar Stichworte in Auge gefallen, (sonst bemühe ich mich eigentlich, das Ding aufgrund von Nicht-Relevanz umgehend zu entsorgen).
    Da springt mir ein grosser Artikel über einen Jugendlichen ins Auge, der ganz cool bei irgendwelchen Action-Events ist - Und als besonderes Highlight wird hervorgekehrt, dass er ohne Sicherung klettert! Der war irgendwie 12.
    Also ich habe keine Kids - ich habe nur den Kopf geschüttelt.
    Für mich gibt's diesbezüglich Coolness, Dummheit und die noch größere Dummheit, sowas zur Nachahmung dann noch abzudrucken.
    Meine Meinung.

    Grüße
    Mr. Anonymous

    Ich hing übrigens in einer Höhle schon an 40 m Seil.

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  2. an wahrer ansatz, aber weshalb selbstzweifel.
    eher zweifel an mangelnder adäquater kommunikation und "defizitärer" denkweise meiner umwelt ;-)

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  3. Lieber Mr. Anonymous und Kommentator(in),

    was ihr da beschreibt glaube ich gut nachvollziehen zu können. Auch ich werde teilweise von so heftigen selbstzweifeln gepackt, die aber in vielen fällen auch unmittelbar auftreten können, das es mir teilweise gerade schlagartig den boden unter den füßen zieht ich jeden halt verliere und ich mich als vollkommen hin und hergeworfen fühle. In diesen situation bin ich derart bedürfnislos, wunschlos, entscheidungslos ich empfinde meine denkfähigkeit als eingeschränkt. So scheint es, jedenfalls denke ich das es für mein umfeld so scheint, innerlich tobt es. es fühlt sich teilweise an, als ob der jemand die schädeldecke öfnet und mit einem spitzen gegenstand irgendwelche entscheidenden zentren zerstört, irgendwelche neuronen kappt, rein bildlich gesprochen und dich zu einem untoten macht, der nur vegitiert und hofft seinem schicksal entgehen zu können.
    die antwort warum es mir nicht gelingt, meine selbstzweifel zu lokalisieren, einen grund, ursache dafür zu bennen, liegt im beschriebenen erklärt. genauso wahllos, scheinbar ohne zeitlichen bezug, urplötzlich wie sie auftauchen, sind sie auch wieder verschwunden, sie rauschen in einer weise an mir vorbei, in der es mir nicht gelingt inne zu halten und sie zu begründen. in der rücksicht kann ich zwar irgendetwas vermeintliches konstruieren, mir müsste es aber gelingen situationsbezogen einen klaren kopf zu behalten. Doch das ist für mich jedenfalls unmöglich, habe es zu oft vergeblich versucht...
    bei mir gehen die selbstzweifel so weit, das ich mir kein urteil zutraue, weil ich auf einer metaebene sämtliches an gedanken aussortiere, als belanglos einordne, ich habe das hier an einer anderen stelle schon geschrieben...
    das problem das andere nicht folgen können, sehe ich schon auch, bzw. glaube ich die meisten könnten uns bei vielem folgen, wollen es aber nicht, sie beschäftigt ganz anderes und sie interessieren sich nicht für unsere art von problemen.
    zusätzlich dazu sehe ich aber auch ein problem und das geht in richtung meines vorschreibers, das wir uns mit bestimmten problemen zu lange aufhalten, wir nehmen einen zu genauen blick ein, verlieren uns faktisch im detail, auch das lähmt...

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  4. um hier anzuknüpfen wurde abrupt unterbrochen, konnte und wollte die seite nicht preisgeben...
    ich glaube die meisten auserhalb unseres kreises, könnten uns sicherlich bei vielerlei folgen wenn sie wollten. es gibt glaube ich nichts leidigeres als gezwungene kommunikation uns so breche ich sobald ich merke das mein gesprächspartner zu mir, meiner denkweise, meinen problemen usw. keine gefühlsmäsige anteilnahme herstellen kann oder will, breche ich meine intellektuelle bereitschaft bis hin zur völligen verweigerung des täglichen mases an kommunikation ab. da ich das in den meisten fällen spätestens nach einigen tagen merke, nicht selten bereits im zweiten satz, bin ich häufig nicht dazu bereit mich intellektuell zu öffnen, etwas von mir, meiner weltsicht einzubringen. auf diese weise staut sich bei mir jedenfalls immer einiges an und ich sehne die zeit herbei endlich wieder unter gleichgesinnte zu kommen und mich zu geben, so sein zu können wie ich bin und dafür gemocht zu werden und jemanden zu haben, der darauf eingehen kann und das weil er es möchte...
    häufig ziehe ich mich so weit zurück das ich aus einem mangel an rückmeldung, mir nicht mehr sicher sein kann, wann ein gedanke relevanz hat, wann ich mich einbringen sollte, was ich sagen kann, schließlich ist die gradwanderung zwischen vielrednerei und völligem schweigen ein wirklicher drahtseilakt

    gruß an alle selbstzweifler
    weitere anregungen sind gern gesehen

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